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90 Jahre „Dö lustig’n Holzlandla“ Kudlhub

Ein Bilderbuchfest für Trachtler und ihre Gäste zum Jubiläum

Neun Jahrzehnte hat der Trachtenverein  Kudlhub „auf dem Buckl“ – aber verstaubt oder überaltert sind „Dö lustig’n Holzlandla“ beileibe nicht.
Den besten Beweis, das Pflege von Brauchtum und Tradition weder „uncool“ noch „out“ ist, lieferten die Trachtler mit der Feier eines zweitägigen Gründungsfestes, das nur Lob und Anerkennung verdient. Stand am Sonntag die Wallfahrt der Landkreistrachtler mit einem eindrucksvollen Festgottesdienst im Mittelpunkt (wir berichteten), so spiegelte der Heimatabend am Tag zuvor die vielen Facetten eines Vereins wider, der mit über 230 Mitgliedern so gut aufgestellt ist wie nie zuvor.
In der Maschinenhalle der Familie Winterer – mit viel Schweiß und Freizeitopfer in ein bayrisch-festliches Gewand gesteckt – gehörte die Bühne zunächst dem Holzlandla-Nachwuchs. Die „Jungen“ riefen den Gästen ein musikalisches „Griaß God zu“ und erzählten die Gschicht vom Handwerksbursch, ehe Vorstand Sepp Damböck die vielen Gäste begrüßte.
Besonders freute er sich über das Dabeisein von Bürgermeister Alfons Sittinger, Domkapitular Gerhard Auer, 2. Bürgermeister Hans Brunner, den Vorsitzenden der Kreisrunde Anderl Schwibacher und Pfarrvikar Pater Kuriakose.
„Ihr seid ein äußerst lebendiger Verein, der überlieferte Traditionen bewahrt und es versteht, diese den nachfolgenden Generationen zu vermitteln; eure vielfältigen Aktivitäten belegen, dass ihr neben der eigentlichen Trachtenpflege weite und viele Bereiche der Heimat- und Brauchtumspflege beherrscht und gestaltet“, würdigte Bürgermeister Sittinger bei seiner Gratulation die Arbeit eines „Aushängeschildes“ der Marktgemeinde.
Anderl Schwibacher hob einen „erstaunlichen Mitgliederzulauf entgegen den allgemeinen Trend“ hervor, ebenso die stete Bereitschaft der Kudlhuber, an Veranstaltungen der Kreisrunde mitzuwirken.
Dann bewiesen die Dirndl und Buam der Jugendgruppe mit Kreuzpolka und Ennstaler Polka, dass sie nicht nur singen, sondern auch schneidig tanzen können. Natürlich fehlten auch Auftritte der erwachsenen Tänzer mit der Sternpolka, dem Niederbayrischen Landla und dem Bandltanz zum Abschluss nicht.  Aber noch war es nicht so weit.
Denn die Goaslschnoizer zeigten mit dem „Saubärngrunza“ und einem „Doppelten“, wie gut sie ihre Kunst beherrschen.
Für ein vielfältiges Programm hatte man sich befreundete Trachtler und Musikgruppen ins Boot geholt. So brachte die Arnstorfer Hausmusi die „Huat-Tanz-Polka“ und den „Boarisch vo de Ruppertiwinkler“ zu Gehört, tanzten die Massinger das „Mühlradl“ und den „Rehberger Landla“.
Die Kollbachtaler Trachtler aus Arnstorf steuerten den Böhmerwaldlanda und den Laubentanz bei und der Trachtenverein Wittibreut erinnerte mit schneidigen Schuhplattlern daran, dass die Holzlandla als ehemaliger Gebirgstrachtenverein lange Zeit auch diese Kunst pflegten.
Der Frauendreigesang „G’suacht und Gfund’n“ hatte neben überlieferten Liedgut gar ein Jubiläums- und Wallfahrtslied gedichtet und mitgebracht und die Gerlstett’ner Dirndl sangen das, was zu einem rechten Heimatabend gehört: „Jessas Leut, heit gibt’s a Musi...“.
Hanse Reiter, ein „junger“ Holzlandla und versierter Moderator, streute Erinnerungen und Geschichten aus 90 Jahren „Kudlhuber“ dazwischen die Darbietungen. Er war es auch, der die Unterschiede zwischen der ursprünglich getragenen Gebirgstracht und der heutigen erneuerten Volkstracht erklärte.
Eine besondere Freude hielten Vorstand Damböck und sein Stellvertreter Konrad Brunner an diesem Abend für Johann Sollinger bereit. Weil der Hans beim „normalen“ Ehrenabend im Rahmen des Rehessens nicht dabei sein kann, durfte er beim Gründungsfest Urkunde und Geschenkskorb für 30 Jahre Mitgliedschaft entgegen nehmen (Quelle: C. Machtl)

 

 

Der Dreigesang „G’suacht und Gfund’n (links) mit ihrer Zitherspielerin Marianne und die „Gerlstett’ner Dirndl“ mit ihrem Musiker Alois (rechts) bereicherten den Heimatabend mit überliefertem Liedgut

Hanse Reiter (Mitte) führte durch das Programm des Heimatabends und erklärte an Florian Sollinger, Julia Murr (von links) die ursprüngliche Gebirgstracht und die erneuerte Volkstracht an Vorstand Sepp Damböck und Ehefrau Anita (von rechts).
Freude an der Trachtensache und am Volkstanz: Sandra und Julia, dahinter Hansi und Anja bei der Ennstaler Polka.
Die Buam und Dirndl des Trachtenvereins „Altbachtaler“ Wittibreut legten einen schneidigen Schuhplattler auf die Bühne.
Der Trachtenverein „D’Rottaler“ Massing steuerte das Mühlradl zum Heimatabend bei
Natürlich fehlte auch der Bruderverein „d’Kollbachtaler“ Arnstorf nicht. Sie erfreuten die Gäste mit dem Laubentanz

Vorstand Sepp Damböck (links) und sein Stellvertreter Konrad Brunner (rechts) bedankten sich bei Johann Sollinger für 30 Jahre Treue zum Trachtenverein Kudlhub.

 


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